Bordeaux und Umgebung
Inhaltsüberblick
- 1 Erste Etappe: Aachen – Guilleville (Orléans)
- 2 Zweiter Tag: Guilleville – Saint Émilion
- 3 Saint Émilion – ein Traum aus Wein und Geschichte
- 4 Bordeaux – Klein-Paris mit Charme und Genuss
- 5 Pauillac und die Weinregion Médoc
- 6 Le Porge – Atlantik und Pinienwälder
- 7 Lège-Cap-Ferret – Austern und Meer
- 8 Arcachon – Meer, Märkte und mediterranes Flair
- 9 Dune du Pilat – Sandberge, Brandnarben und Gänsehautmomente
- 10 Biscarrosse – Strand, See und entspannte Atlantik-Vibes
- 11 Fazit unserer Reise – Zwischen Weinreben, Wellen und Waldwegen
Mit dem Wohnmobil durch Bordeaux und ans Meer – eine Woche Genuss, Wein & Wellen
Ein bisschen Wein, ein bisschen Atlantik und ganz viel Freiheit: Ende Mai haben wir uns mit dem Wohnmobil auf den Weg in den Südwesten Frankreichs gemacht – Ziel war die Region rund um Bordeaux und ein Stück der wilden Atlantikküste.
Zwischen historischen Weindörfern, charmanten Städten, Pinienwäldern und endlosen Stränden haben wir eine Woche lang den Frühling ausgekostet – mit entspannten Stellplätzen, spontanen Abzweigungen und der ein oder anderen kulinarischen Entdeckung.
Die Nebensaison zeigt sich von ihrer ruhigen Seite: viel Platz, wenig Trubel – dafür aber auch hier und da noch geschlossene Strandbars oder Restaurants. Für uns genau richtig, um abzuschalten, durchzuatmen und den Tag so zu nehmen, wie er kommt.
Wer Lust auf eine entspannte Rundreise durch Frankreich hat – mit gutem Wein, einer Prise Meeresluft und dem Duft von Pinien in der Nase – findet in diesem Beitrag viele Eindrücke, Tipps und Stellplatz-Empfehlungen. Und vielleicht auch ein bisschen Sehnsucht nach der nächsten Auszeit.
Erste Etappe: Aachen – Guilleville (Orléans)
Der Feiertag Christi-Himmelfahrt bringt uns um 15.30 Uhr endlich auf die Straße. Unser Plan: Paris hinter uns lassen und idealerweise in Orléans übernachten. Tatsächlich klappt alles wunderbar, denn der Feiertag sorgt für wenig Verkehr, kaum LKWs auf den Straßen – ein echter Glücksfall. Über die App CamperContact finden wir einen kleinen, feinen Stellplatz an einem Bauernhof in Guilleville, nur 5 Kilometer von der Autobahn entfernt. Für 5 Euro darf unser Wohnmobil dort übernachten, Wasser und WC-Entsorgung sind inklusive. Ein echter Geheimtipp für alle, die eine unkomplizierte Zwischenstation suchen – hier fühlt man sich fast wie zu Hause, umgeben von Natur und Ruhe.



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Infos | Tipps
- Aachen -> Guilleville (Orléans)
- 514 km | 7,5 Stunden
- Übernachtung: Air de Camping Car, 2 Rue des Acacias, 28310 Guilleville
- Koordinaten: 48.22461171689748, 1.7973458844536268
Zweiter Tag: Guilleville – Saint Émilion
Nach einer erholsamen Nacht geht es weiter Richtung Saint Émilion. Trotz etwas mehr Verkehr kommen wir gut voran und erreichen unser Ziel am frühen Nachmittag. Die Hitze fordert uns zu einer Pause heraus, also genießen wir den Nachmittag entspannt auf dem Yelloh Campingplatz. Familienfreundlich, mit Schwimmbad und kleinen Ferienhäusern, aber leider etwas wuselig für unseren Geschmack. Wer Ruhe sucht, sollte sich besser einen anderen Platz aussuchen.


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Infos | Tipps
- Guilleville -> Saint Emilion
- 461 km | 6,5 Stunden
- Übernachtung: Yelloh! Camping Saint Émilion
Saint Émilion – ein Traum aus Wein und Geschichte
Am nächsten Tag geht es hinein in die verwinkelte Altstadt von Saint-Émilion – ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Sanft geschwungene Hügel, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und historische Häuser, die von Jahrhunderten voller Weinbau erzählen. Ein Weingeschäft reiht sich ans nächste, überall laden Winzer zu Kellerführungen und Verkostungen ein – mal ganz klassisch, mal modern inszeniert.
Besonders beeindruckend ist die monolithische Kirche, die direkt aus dem Felsen gehauen wurde, sowie der weite Blick über die umliegenden Weinberge. Kein Wunder, dass Saint-Émilion zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt – hier trifft Geschichte auf Genuss in seiner schönsten Form.
Der Ort liegt rund 35 Kilometer östlich von Bordeaux im Herzen der gleichnamigen Appellation. Die Rotweine aus Saint-Émilion – vor allem aus Merlot und Cabernet Franc – gehören zu den renommiertesten Frankreichs. Ein Muss für alle, die Wein nicht nur trinken, sondern auch erleben wollen.






Für die Nacht finden wir einen besonderen Stellplatz auf dem Weingut Chateau Arnaud de Jacquemeau. Strom gibt es für 5 Euro, und am Abend erwartet uns eine kleine Weinprobe direkt auf dem Platz – vorgestellt von einer Freundin des Winzers. Ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.



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Infos | Tipps
- Übernachtung: Weingut Chateau Arnaud de Jacquemeau
- Koordinaten: 44.89925712764896, -0.1809217472202356
Bordeaux – Klein-Paris mit Charme und Genuss
Bordeaux, die elegante Hauptstadt der gleichnamigen Weinregion im Südwesten Frankreichs, bietet eine spannende Mischung aus Geschichte, Genuss und urbanem Lebensgefühl. Auch wenn uns die Stadt auf dieser Reise nicht vollends überzeugt hat, gibt es doch einige Ecken, die im Gedächtnis bleiben.
Sehenswerte Viertel & Plätze
Die Altstadt mit ihren engen Gassen und historischen Fassaden lädt zum Bummeln ein. Besonders das Viertel Saint-Michel rund um die gleichnamige Basilika ist lebendig und leicht alternativ geprägt. Neben multikulturellen Läden und kleinen Cafés prägt der hohe Glockenturm das Stadtbild.
Einer der ikonischsten Orte ist der Place de la Bourse mit dem Miroir d’eau nem flachen Wasserbecken, das die barocken Gebäude spiegelnd in Szene setzt. Gerade an warmen Tagen ist der Platz ein beliebter Treffpunkt.


Ein Stück weiter nördlich liegt der Place des Quinconces, einer der größten Stadtplätze Europas. Das imposante Monument aux Girondins erinnert an die politischen Opfer der Französischen Revolution – samt Brunnen, Bronzeskulpturen und viel Platz zum Verschnaufen.






Moderne Stadtprojekte
Ein spannendes Kontrastprogramm zur historischen Innenstadt bietet das Darwin Eco-Système auf der rechten Seite der Garonne. In einem alten Kasernengelände ist ein kreatives Zentrum entstanden – mit Street-Art, Biorestaurant, Concept Stores, Skatehalle und alternativer Atmosphäre. Ideal, um Bordeaux mal abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten zu erleben.
Kulinarische Bordeaux-Tipps
Ein Muss für Feinschmecker ist die Gegend rund um die Cité du Vin, das moderne Weinmuseum im Norden der Stadt. Die Ausstellung selbst ist interaktiv und beeindruckend gestaltet – besonders für Weininteressierte lohnt sich ein Besuch. Direkt gegenüber befindet sich die Markthalle Les Halles de Bacalan, ein kulinarischer Hotspot mit lokalen Produzenten, Ständen und kleinen Küchen. Perfekt für eine Mittagspause – hier lässt sich authentisch und hochwertig essen, ohne steif im Restaurant zu sitzen.



Weitere Tipps
- Die Rue Sainte-Catherine, mit 1,2 km eine der längsten Fußgängerzonen Europas, bietet bekannte Marken und volle Einkaufstaschen – wer gerne shoppt, wird hier fündig.
- Der Marché des Quais am Sonntag ist ideal für regionale Produkte, frische Austern und einen entspannten Start in den Tag direkt an der Garonne.
- Für den süßen Hunger: Cannelés – kleine, karamellisierte Küchlein mit Vanille und Rum – gehören zu Bordeaux wie der Wein. In jeder Patisserie erhältlich, besonders gut bei Cassonade.


Bordeaux ist eine elegante Stadt mit viel Geschichte, modernen Projekten und kulinarischem Profil. Auch wenn nicht alles sofort begeistert, lohnt sich ein Stopp – besonders für alle, die sich für Wein, Architektur oder gutes Essen interessieren.
Pauillac und die Weinregion Médoc
Von Bordeaux aus fahren wir nördlich in die Médoc-Region, eine Landschaft voller prächtiger Schlösser und beeindruckender Weingüter, die sogenannten Châteaux. Diese historischen Anwesen prägen das Bild der Region und sind oft von weitläufigen Weinbergen umgeben – ein echtes Fest für die Sinne und ein Paradies für Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber.
Pauillac gilt als die Weinhauptstadt des Médoc und ist berühmt für seine erstklassigen Rotweine. Die Region ist gespickt mit bekannten Châteaux, die teilweise schon seit Jahrhunderten Weintradition pflegen. Viele dieser Weingüter bieten Führungen und Weinproben an, die einen tiefen Einblick in die Kunst der Weinherstellung geben.
Wir haben das Château Pichon Baron besucht, eines der renommiertesten Weingüter der Gegend. Leider war an diesem Tag eine geschlossene Gesellschaft vor Ort, sodass eine Weinprobe nicht möglich war – ein kleiner Wermutstropfen, aber die beeindruckende Architektur und die Lage des Anwesens haben uns dennoch begeistert.


Unser nächster Halt führte uns zum Château Dauzac, einem Tipp unseres Weinhändlers in Aachen. Hier durften wir eine kleine, feine Weinprobe genießen und haben gleich einige Flaschen mitgenommen, um den Geschmack der Region mit nach Hause zu nehmen. Die Atmosphäre auf dem Weingut war herzlich und authentisch – genau das, was wir uns von einer Weinprobe erhoffen.



Unser Stellplatz Camping Municipal Gabarrey liegt herrlich ruhig und großzügig, perfekt für eine entspannte Nacht umgeben von Weinbergen.


Le Porge – Atlantik und Pinienwälder
Nach den Besichtigungen und Eindrücken der letzten Tage steht heute ein Ruhetag auf dem Plan. Kein Programm, kein Zeitdruck – einfach ein bisschen Strand, ein bisschen Wald, ein kleiner Spaziergang und dann den Nachmittag genießen, vielleicht mit einem guten Buch und einem kühlen Getränk.
Die Landschaft ändert sich spürbar, als es Richtung Westen geht. Die endlosen Weinreben weichen dichten Pinienwäldern, das Terrain wird flacher, die Luft salziger. Bald ist das Meer zu erahnen – und schließlich erreichen wir den Küstenort Le Porge.
Der Camping Municipal La Grigne liegt idyllisch im Schatten der hohen Bäume. Vom Platz aus führt ein kurzer Weg direkt zum Atlantik. Der Strand ist endlos breit, feinsandig und – Anfang Juni – angenehm leer. Noch sind die Strandbuden geschlossen, das Sommergefühl liegt aber schon in der Luft.



Genau die Ruhe, die nach den städtischen Etappen rund um Bordeaux jetzt guttut. Hunde sind hier willkommen, was den Aufenthalt für Mensch und Tier gleichermaßen angenehm macht. Die frische Meeresluft, das Rauschen der Wellen, der Duft der Pinien – ein idealer Ort zum Durchatmen und Abschalten.



Lège-Cap-Ferret – Austern und Meer
Gemütlich geht es weiter Richtung Süden nach Lège-Cap-Ferret, einem langgezogenen Küstenort auf der schmalen Landzunge zwischen Atlantik und dem Becken von Arcachon. Die Gegend ist bekannt für ihre Austernzucht, kleine charmante Dörfer und die entspannte Atmosphäre, die besonders im Sommer viele Urlauber anzieht.
Am Hafen von Lège-Cap-Ferret reihen sich die Austern-Restaurants wie an einer Perlenkette entlang der Bucht – die Tische mit Blick aufs Wasser, der Geruch von Algen und Meer in der Luft. Doch Anfang Juni ist hier noch fast alles geschlossen. Die Hauptsaison lässt noch auf sich warten, vieles wirkt wie im Dornröschenschlaf.



Eigentlich stand ein ganz bestimmtes Restaurant auf dem Plan – ein Tipp aus einer Kochsendung. Leider sind dort keine Hunde erlaubt. Kurz spielen wir mit dem Gedanken, uns unser Abendessen aus dem Austern-Automaten vor dem Lokal zu ziehen – eine geniale Einrichtung, bei der man rund um die Uhr frische Austern ziehen kann. Letztlich entscheiden wir uns aber doch für eine klassische Variante mit Bedienung und finden ein kleines Restaurant ganz in der Nähe. Das Essen ist hervorragend, der Wein gut gekühlt, und der Abend verläuft genau so, wie man es sich in Südwestfrankreich erhofft: entspannt, unkompliziert, lecker.






Der Campingplatz Les Pastourelles liegt ruhig und schattig, nicht weit vom Wasser entfernt. Von hier aus lassen sich die kleinen Orte der Halbinsel gut mit dem Rad oder zu Fuß erkunden. Ein kurzer Spaziergang führt durch Kiefernwälder zum Strand – ideal für eine Runde mit dem Hund oder einfach, um die Füße in den Sand zu stecken.
Lège-Cap-Ferret zeigt sich Anfang Juni noch von seiner ruhigen, fast privaten Seite. Doch es ist leicht vorstellbar, wie sich der Ort zur Hochsaison mit Leben füllt: mit bunten Märkten, vollen Strandbars und fröhlichem Stimmengewirr in den Gassen. Jetzt aber: Stille, Natur, Meeresluft – und ein richtig guter Tagesabschluss.
Arcachon – Meer, Märkte und mediterranes Flair
Unser nächster Stopp ist Arcachon – ein richtig netter, kleiner Urlaubsort, bei dem sofort auffällt, dass er besonders bei den Menschen aus Bordeaux und Paris beliebt ist. Die Stadt liegt direkt am Bassin d’Arcachon und strahlt eine entspannte, maritime Stimmung aus. Wir parken bequem am Hafen und schlendern entlang der Promenade, die aktuell zwar umgebaut wird, aber trotzdem schon Lust auf Sommer macht.
Die Innenstadt überrascht mit ihrem mediterranen Flair: kleine Boutiquen, Surfshops, Feinkostläden – hier lässt sich wunderbar bummeln. Besonders schön ist die Markthalle Les Halles d’Arcachon, die sich mitten im Zentrum an einem lebhaften Platz befindet. Außen moderne Architektur, innen regionale Köstlichkeiten: Fisch, Austern, Käse, Wein – alles, was das Herz (und der Magen) begehrt. Wir kehren spontan in eines der Restaurants am Marktplatz ein und genießen ein leckeres Mittagessen – entspannt, unkompliziert, sehr französisch.






Wer ein wenig Zeit mitbringt, sollte unbedingt einen Spaziergang durch die Ville d’Hiver machen – das historische Villenviertel von Arcachon. Entstanden im 19. Jahrhundert als exklusives Winterquartier für wohlhabende Pariser, ist das Viertel heute ein architektonisches Kleinod. Über 300 prächtige Villen stehen hier, teils verspielt verziert, mit Holzbalkonen, Türmchen und Giebeln – ein echter Spaziergang durch die Belle Époque. Zwischen den Pinien versteckt sich ein Haus schöner als das andere, und man kann kaum glauben, dass man sich nicht in einem Freilichtmuseum befindet. Besonders lohnenswert: der Aussichtspunkt Parc Mauresque, von dem aus man einen tollen Blick über die Stadt und das Becken hat.



Alles in allem ist Arcachon ein Ort zum Durchatmen, Genießen und Schlendern – charmant, überschaubar und genau richtig für einen Tag voller kleiner Entdeckungen.
Dune du Pilat – Sandberge, Brandnarben und Gänsehautmomente
Nach unserem Stadtbummel in Arcachon fahren wir weiter zur berühmten Dune du Pilat – der höchsten Wanderdüne Europas. Schon von Weitem sieht man den gewaltigen Sandberg in die Höhe ragen, wie eine natürliche Mauer zwischen Pinienwald und Atlantik. Beim Näherkommen wird klar: Das ist kein gewöhnlicher Strandhügel. Die Düne ist rund 110 Meter hoch, fast drei Kilometer lang und bewegt sich jedes Jahr ein Stück weiter ins Landesinnere.
Wir parken nicht direkt am Hauptparkplatz der Düne, sondern etwas weiter südlich am Stellplatz Le Petit Nice, einem ruhigeren Ort mit direktem Zugang zum Strand. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Düne – und auf die Gleitschirmflieger, die sich mit ihren bunten Schirmen vom Sandberg in die Luft schwingen. Ein echtes Spektakel.
Was jedoch nicht zu übersehen ist: Die Spuren der Brände von 2022 und 2023. Die einst dichten Pinienwälder rund um La Teste-de-Buch wurden stark beschädigt. Viele verbrannte Baumstümpfe, leere Flächen und im Wiederaufbau befindliche Campingplätze zeugen von den verheerenden Feuern. Besonders betroffen waren Campingplätze wie La Forêt, Panorama du Pyla oder Pyla Camping – einige werden aktuell in moderne Ferienparks umgewandelt, andere bleiben geschlossen. Für Camper und Wohnmobile ist der Platz mittlerweile rarer geworden als früher.
Trotz allem: Die Magie dieses Ortes bleibt. Wer den Sand unter den Füßen spürt, den Wind im Gesicht und das Donnern der Wellen in der Ferne hört, versteht schnell, warum die Dune du Pilat so viele Menschen fasziniert. Ein Ort, der schlicht und einfach beeindruckt – ganz ohne große Worte.



Biscarrosse – Strand, See und entspannte Atlantik-Vibes
Nach dem beeindruckenden Erlebnis an der Dune du Pilat lassen wir es etwas ruhiger angehen. Unsere Fahrt führt weiter nach Biscarrosse Plage, einem entspannten Küstenort, der vor allem bei Surfern und Familien beliebt ist. Über die Camping Car Park App finden wir einen Stellplatz am Strand von Le Vivier – ruhig gelegen, grün umrahmt von Pinienwäldern und nur wenige Schritte vom Meer entfernt. Mit dem digitalen Zugang klappt alles unkompliziert, auch eine Reservierung ist im Voraus möglich.



Biscarrosse besteht eigentlich aus drei Teilen: dem Küstenort Biscarrosse Plage, dem etwas weiter im Landesinneren gelegenen Biscarrosse Ville und dem dazwischen liegenden Biscarrosse Lac, direkt am gleichnamigen See. Für Camper besonders praktisch: Man kann hier wunderbar zwischen Meer und See wechseln, je nachdem, worauf man gerade Lust hat.


Der Strand von Le Vivier ist breit, naturbelassen und wird im Sommer bewacht – perfekt für einen Badetag oder einen ausgedehnten Strandspaziergang. Die Wellen rollen hier kraftvoll an, typisch für die Atlantikküste, und locken viele Surfer an. In der Nebensaison ist es herrlich ruhig, fast schon meditativ. Anfang Juni haben wir den Strand fast für uns allein.
Wer zwischendurch mal Süßwasser statt Salzwasser bevorzugt, sollte einen Abstecher zum Lac de Biscarrosse et de Sanguinet machen – einem großen, glasklaren See, eingebettet in die Wälder der Landes. Hier gibt’s schöne Badebuchten, Wassersportmöglichkeiten und schattige Picknickplätze. Auch mit dem Rad gut zu erreichen – die gesamte Region ist sehr fahrradfreundlich, mit ausgebauten Radwegen durch die Wälder.
Der Ort selbst – Biscarrosse Ville – ist kein spektakuläres Highlight, aber ein angenehmer Ort zum Einkaufen, Bummeln oder einen Kaffee auf dem Marktplatz. Besonders spannend für Luftfahrtinteressierte: Das Musée de l’Hydraviation, ein kleines Museum zur Geschichte der Wasserflugzeuge, das an die Zeit erinnert, als Biscarrosse ein wichtiger Stützpunkt für Transatlantikflüge war.
Insgesamt ist Biscarrosse für uns ein Ort zum Durchatmen: nicht überlaufen, wunderbar gelegen zwischen Atlantik und See, mit viel Platz für entspannte Stunden in der Natur – und genau richtig, um nach einigen Fahrtagen zur Ruhe zu kommen.
Fazit unserer Reise – Zwischen Weinreben, Wellen und Waldwegen
Eine Woche unterwegs mit dem Wohnmobil – von Aachen bis zur Atlantikküste bei Bordeaux. Was bleibt, sind volle Speicherkarten, leere Weingläser und viele kleine Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.
Die Kombination aus sanften Hügeln voller Reben, charmanten Städten wie Saint-Émilion und lebhaften Orten wie Arcachon war genau das, was wir gesucht haben. Besonders beeindruckt haben uns die Weingüter im Médoc, der Kontrast zwischen Weinregion und Küste – und natürlich die gewaltige Dune du Pilat, die man einmal im Leben gesehen haben sollte.
Auch das Reisen mit dem Wohnmobil hat sich in dieser Region absolut bewährt. Die Camping Car Park App war dabei ein echter Gamechanger – einfach, verlässlich und oft mit traumhaften Lagen. Dank der Maut1 Box kamen wir entspannt durch die Mautstationen, und auch unser Vierbeiner war fast überall willkommen – mit der Ausnahme einiger Strände und Restaurants. Einziger Wermutstropfen: Viele Orte bereiten sich Anfang Juni gerade erst auf die Saison vor. Wer also geöffnete Strandbars und lebhaftere Promenaden sucht, sollte eher ab Mitte Juni reisen.
Was wir besonders geschätzt haben: die Ruhe der Nebensaison, die Nähe zur Natur, die vielen Fahrradwege, die sich durch Pinienwälder und Dünenlandschaften ziehen – und die Freiheit, spontan entscheiden zu können, ob es ein Weingut oder ein windiger Strandtag werden soll.
Für uns war diese Reise ein kleines Aussteigen aus dem Alltag – mit Blick aufs Meer, einem Glas Bordeaux in der Hand und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.

